Gänsepopulation im Rendsburger Stadtpark – eine stadtweite Herausforderung, die alle betrifft

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RDRedakteur
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(CIS-intern) – Das zunehmende Aufkommen von Wildgänsen, insbesondere von Kanadagänsen (Branta canadensis) und Graugänsen (Anser anser), in innerstädtischen Parkanlagen ist kein ausschließliches Rendsburger Phänomen. Die Situation in Rendsburg spiegelt eine Entwicklung wider, die bundesweit zu beobachten ist. Die Folgen sind starke Verschmutzungen durch Kot, erhöhte Gesundheitsrisiken, aggressive Tiere, abgefressene Blumenbeete sowie Verkehrsbehinderungen, wenn größere Gänsegruppen Straßen überqueren.

Warum tritt dieses Problem inzwischen so massiv auf? Urbanisierung und mildere Winter bieten den Tieren ganzjährig günstige Lebensbedingungen und ausreichend Nahrung. Gleichzeitig fehlen vielerorts natürliche Fressfeinde. Während der Mauser im Frühsommer versammeln sie sich besonders geballt in großen Gruppen. Regelmäßige Fütterungen durch Menschen verstärken die Ansammlungen im Park erheblich. Die Tiere verlieren ihre Scheu, werden langfristig an einen Standort gebunden und gewöhnen sich an den Menschen. Des Weiteren führen die Fütterungen mit nicht artgerechten Lebensmitteln wie Backwaren zu den sogenannten Kippflügeln (Angel Wing Syndrome). Das falsche Futter enthält zu viel Energie, aber wichtige Vitamine und Mineralstoffe fehlen. Die betroffenen Tiere bleiben für immer flugunfähig und ortsgebunden. Die massiven Zunahmen der Tiere sind demnach auch durch den Menschen zu verantworten.

Wildtiere sind in Deutschland gesetzlich streng geschützt. Das Töten oder Verletzen wildlebender Gänse innerhalb von Siedlungsräumen ist untersagt. Maßnahmen müssen stets tierschutzkonform, von der Unteren Naturschutzbehörde genehmigt und kommunal abgestimmt durchgeführt werden. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass insbesondere konsequent durchgesetzte Fütterungsverbote und eine angepasste Parkgestaltung die Gänsebestände verringern können. So meiden Gänse hohes Gras, dessen Erhalt jedoch häufig ästhetischen Anforderungen an öffentliche Ruhewiesen entgegensteht. Einige Städte sind den Weg gegangen, Tiere zu töten. Solche Maßnahmen allein dämmen Populationen jedoch nicht dauerhaft ein. In die reiwerdenden Reviere rücken schnell Gänse nach (Kompensationseffekt). Auch das Austauschen oder Entfernen von Eiern ist ohne eine Ausnahmegenehmigung der UNB nicht zulässig. Zudem müsste diese Maßnahme sehr gezielt erfolgen. Ein wesentliches Problem besteht darin, dass die Brutplätze der Gänse im Stadtpark nicht vollständig bekannt sind.

Daher bleibt der wichtigste Appell an alle, das Füttern zu unterlassen. Dies macht die Tiere zutraulich, standorttreu, aufdringlich – und krank. Gemäß Landesjagdgesetz § 18 gilt ein ganzjähriges Fütterungsverbot.

Zu guter Letzt: Bei Begegnungen mit aggressiv auftretenden Gänsen wird empfohlen, einen Abstand von mindestens zwei Metern einzuhalten. Ruhiges Verhalten, das Vermeiden hastiger Bewegungen sowie ein langsames Zurückweichen tragen in der Regel dazu bei, Konfliktsituationen zu entschärfen. Den Tieren sollte dabei nicht der Rücken zugewandt werden.

Foto: Stadt Rendsburg

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